Natürliche Seife selber machen

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Ich wurde gefragt, wie man Seife selber machen kann. Die Herstellung von Seife ist etwas sehr Schönes und Vielfältiges. Wenn ich einen Tag lang nichts zu tun habe, mache ich Seife und habe für den nächsten Anlass ein kleines Geschenk.
Heute zeige ich Dir, wie ich es mache.

Kurz ein bisschen zu mir

2011 stieg ich auf dieses Buch zum Seife machen und dachte mir: „Das kann schon nicht so schwer sein“. Als ich jung war hatte ich schon einmal gemeinsam mit meiner Mutter Seife gemacht, doch so richtig konnte ich mich daran nicht mehr erinnern. Die erste fertige Seife war so großartig, dass direkt die nächste folgte. Ein weiterer Versuch ist ziemlich gegangen. Was hatte ich falsch gemacht? Das wusste ich anfangs nicht und habe einen Kurs zum Seife machen besucht.

Grundlagen zum Seife selber machen

Das Herstellen von Seife kann sehr einfach oder auch sehr kompliziert sein, ganz wie Du möchtest. Das schöne an eigener Seife ist, dass Du es mit Deinen Zutaten und Düfte versetzen kannst, die Du besonders magst.
Ich stelle Dir zunächst ein einfaches Rezept vor, wenn Du mehr möchtest, hinterlasse einfach einen Kommentar.

Lauge oder auch Natriumhydroxid

Es gibt eine Sache, die man in Seife nicht ersetzen kann, und das ist die Lauge. Für die Seife solltest Du 100% Natriumhydroxid in Kristallform verwenden.
Ich habe mich für eine günstigere Lösung entschieden die nur 98,5% beinhaltet und es trotzdem perfekt, weniger kann ich Dir allerdings nicht empfehlen.

Wo kann man Lauge kaufen? Das ist gar nicht mal so einfach. Ich bestelle diese immer bei Amazon, da ich bisher nirgendwo anders fündig geworden bin.

Lauge ist ätzend. Es kann Löcher in Stoff und Verbrennungen auf der Haut verursachen. Bei der Anwendung mit der Lauge solltest Du vorsichtig sein und Schutzkleidung (Schutzbrille, Atemmaske, Handschuhe) tragen. Wenn die Lauge mit Wasser vermischt ist, wird diese etwa 30 Sekunden lang aufheizen und dampfen. Diesen Schritt solltest Du im freien oder am Fenster durchführen und nicht mit der Nase über die Schüssel hängen :-).

Explosionsgefahr! Füge immer die Lauge in das Wasser und niemals Wasser in die Lauge.

Auch wenn sich das Ganze gefährlich anhört und Du Dich fragst, was das Ganze in Seife zu suchen hat, kann ich Dich beruhigen. Nachdem die Lauge mit den Ölen vermischt wurde, wird keine Lauge mehr in der fertigen Seife bleiben. Das Ganze nennt man Verseifungsprozess.

Was Du benötigst

Bei der Herstellung von Seife solltest Du Geräte und Schüsseln verwenden, die anschließend nicht mehr zum Kochen benutzt werden. Edelstahl oder gehärtetes Glas sind besonders gut geeignet, Kupfer oder Aluminium sollte nicht benutzt werden da diese mit der Lauge reagieren. Einige Kunststoffe können Schmelzen, daher sollten keine Plastikschalen verwendet werden. Zum Rühren eignet sich gehärtetes Plastik oder Silikon ganz gut.

Ich benutze ausschließlich Silikon Formen wie diese hier für die Seifenherstellung. Alternativ kann eine Holzkiste benutzt werden.

Außerdem benötigst Du noch ein Thermometer, um die Temperatur zu kontrollieren. Ach ja und eine Küchenwaage. Und ein pürierer.

Zusatzstoffe

Es gibt so viele Variationen, dass ich diese nicht aufführen kann. Du kannst eigentlich fast alles machen, was Dir in den Sinn kommt.

Kräuter

Alle pflanzlichen Stoffe müssen getrocknet werden. Lavendel oder Kamille ist sehr beliebt. Ich persönlich liebe Zitronengras. Für die folgende Anleitung solltest Du bis maximal 50 Gramm benutzen.

Essenzielle Öle

Ätherische Öle sind aus Pflanzen. Sie kommen aus den Wurzeln, Stämmen, Blüten oder Samen. Duftöle können Mischungen von ätherischen Ölen sein oder auch künstlich hergestellt werden. Achte darauf, ich persönlich nutze ausschließlich ätherische Öle wie diese. Von diesen Ölen solltest Du etwa 15 bis 20 Tropfen bzw. einen Teelöffel benutzen.

Farben

Natürliche Farben können einfach hinzugegeben werden. Zimt oder Kakaopulver für eine dunkle Seife, pulverisiertes Chlorophyll für Grün.
Ich habe am Anfang genau so begonnen, allerdings habe ich schlechte Erfahrungen mit den Gerüchen gemacht, daher benutze ich jetzt nur noch diese Farben.

Weitere Zusätze

Dazu gehören Aloe Vera, Haferflocken, Trockenmilch, Maismehl, getrockneter Kaffeesatz, Salz und viele weitere Dinge, die Du benutzen möchtest.

Rezept zum Seife herstellen (Kaltverfahren)

Jetzt kommen wir zum eigentlichen Rezept:

Zutaten

  • 150 Gramm Kokosöl, 150 Gramm Olivenöl und 150 Gramm weiteres Öl wie Mandel, Traubenkern, Sonnenblumen oder Safranöl
  • 65 Gramm Natriumhydroxid und 150 ml Wasser

Anleitung

Vorbereiten

Bedecke Deinen Arbeitsplatz mit Zeitungspapier. Lege Deine Schutzausrüstung an und messe zunächst die Zutaten ab. Die 3 verschiedenen Öle kannst Du direkt in einem Gefäß vermischen. Nachdem Du in 2 weiteren Gefäßen das Natriumhydroxid und das Wasser vorbereitet hast, kannst Du im Freien beginnen, das Natriumhydroxid in das Wasser zu füllen.

Gehe einen Schritt zurück, damit Du die dämpfe nicht einatmest. Sobald das Wasser wieder klar ist, kannst Du zum nächsten Schritt übergehen.

Mischen

Falls Du die Öle noch nicht gemeinsam in ein Gefäß gefüllt hast, solltest Du dies jetzt tun und für etwa eine Minute in die Mikrowelle stellen. Die Temperatur sollte etwa bei 45 Grad liegen. Deine Lauge sollte bis dahin auf etwa 45 Grad abgekühlt sein. Sobald Lauge und Öle eine Temperatur von 35 bis 40 Grad erreicht hat. Die Temperatur ist wichtig für die Herstellung von Seife.

Erneut Mischen

Sobald Öl und Lauge ca. die gleiche Temperatur haben, füge die Lauge langsam in die Schüssel mit den Ölen. Am besten stellst Du den Stabmixer in die Schüssel mit den Ölen und lässt die Lauge am Stab entlanglaufen. Anschließend musst Du alles gut durchmischen, bis es eine Konsistenz von Vanille-Pudding erreicht.

Es funktioniert übrigens nicht mit einem Mixer. Es muss ein Pürierer sein, warum das so ist, weiß ich leider nicht.

Zusätze

Füg die Kräuter, ätherische Öle und weitere Zusätze hinzu. Anschließend noch einmal kurz vermischen und schon kannst Du Deine Seife in die Form gießen. Anschließend sollte die Form mit Plastikfolie abgedeckt und in ein Handtuch eingewickelt werden. Die Restwärme bleibt dadurch vorhanden und der sogenannte „Verseifungsprozess“ startet.

Kontrolle

Nach 24 Stunden kannst Du Deine Seife kontrollieren. Sollte die Seife noch warm oder weich sein, musst Du sie für weitere 12 bis 24 Stunden trocknen lassen. Wenn die Seife bereits angetrocknet ist, kannst Du sie aus der Form nehmen und auf Backpapier lagern. Wenn Du eine Kuchenform verwendet hast, solltest Du diese direkt in Stücke schneiden und anschließend lagern.

Die Seife braucht nun 4 Wochen, bis sie vollständig fertig ist. Du solltest die Seife wöchentlich drehen, damit alle Seiten gleichmäßig getrocknet werden.

Fertig

Wenn Deine Seife vollständig gehärtet ist, kannst Du sie in einem Luftdichten Behälter lagern. Handgemachte Seife schafft ihr eigenes Glycerin, das ist ein Feuchtigkeitsmittel für die Haut, zieht allerdings auch Feuchtigkeit aus der Luft an.

Aufräumen

Wenn Du mit der Seifenherstellung fertig bist, reinige sämtliche Dinge, die der Lauge ausgesetzt war. Die Lauge kann mit weißem Essig neutralisiert und anschließend abgewaschen werden.

Alle anderen Dinge solltest Du für einige Tage stehen lassen.

Warum?

Derzeit ist noch alles Öl und „gefährliche“ Lauge, nach einigen Tagen hast Du ungefährliche Seife :-). Außerdem lässt es sich so einfacher reinigen.

Ich hoffe Dir hat das Seife selber machen gefallen. Ich freue mich über Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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